CHRISTOFSUPPIGER
Angebote aus Bildung und Kultur

Lernen, Konflikt und Frieden beginnt - in mir, mit dir

CLOWN WAGEN.

Lebenspraxis · Clown wagen · Christof Suppiger

Ein Schritt in den Raum. Ein Blick. Vielleicht ein Stolpern. Und plötzlich ist Beziehung da.

Drehbauch & Tagesblatt

Fünf Phasen aufklappen, Übungen wählen, Tagesblatt herunterladen.

Resonanz verbindet alle 8R: Was kommt bei mir, im Zusammenspiel und beim Publikum an?

01 Ankommen

Mit Spielfreude und eigener Unvollkommenheit ankommen.

02 Gemeinsam forschen

Spiel, Publikumskontakt und Reinfall erkunden.

03 Integrieren

Bemerken, was im Spiel Beziehung geöffnet hat.

04 Würdigen

Den Versuch und die gemeinsame Spielfreude sehen.

05 Freie Impro · Ausklang

Ohne fertigen Plan gemeinsam spielen und einen Schluss finden.

Übungsbibliothek 57 Übungen · 6 Bereiche

Bereich öffnen, Übung lesen und einer Phase zuordnen.

57 Übungen · 6 Arbeitsbereiche

Ankommen im Kreis

Mit einer kleinen Geste sichtbar werden. Zuhören gehört dazu.

Eine Pose, ein Wort

Wähle eine Körperpose und ein Wort für deinen inneren Zustand. Zeige beides, ohne dich erklären zu müssen. Wer möchte, darf passen.

Körper · Gruppe
Wetterbericht innen

Beschreibe dein inneres Wetter in einem Satz. Vielleicht ist da Nebel, Sonne oder ein leichter Gegenwind. Die anderen hören zu, ohne zu deuten.

Sprache · Ankunft
Clown-Name und Geste

Tritt nach eigener Wahl in die Mitte und nenne einen Clown-Namen mit einer spontanen Geste. Die Gruppe darf Name und Geste gemeinsam aufnehmen. Auch eine kleine Bewegung im Sitzen genügt.

Clown · Gruppe
Der rote Faden heute

Sage in einem Satz, was dich heute bewegt. Die Gruppe hört zu, ohne nachzufragen oder zu bewerten. Lasst nach der Runde einen Moment Stille.

Zuhören · Ankunft
Der Raum begrüsst zurück

Gehe oder rolle langsam durch den Raum und entdecke drei Einzelheiten, die dir bisher entgangen sind. Lass auf jede Entdeckung eine kleine Bewegung folgen. Kehre in den Kreis zurück und zeige eine davon, ohne sie zu erklären.

Neu · Ankommen · Eigene Adaption mit Bezug zu Lecoq · Wahrnehmung und Bewegung
Laut und Landung

Spüre den Kontakt zum Boden und lass beim Ausatmen einen leisen Laut entstehen. Verbinde ihn mit einer kleinen Bewegung und lass beides wieder ausklingen. Wiederhole das in deinem Tempo; Stille ist eine gleichwertige Wahl.

Neu · Ankommen · Eigene Adaption mit Bezug zu Zaporah · Bewegung und Stimme
Ein vergnügtes Hallo

Begrüsse eine andere Person mit einer winzigen spielerischen Geste. Warte auf ihre Antwort und lass daraus höchstens drei Wechsel entstehen. Verabschiedet euch wieder und bemerkt, ob ein Moment gemeinsamer Spielfreude entstanden ist.

Neu · Ankommen · Eigene Adaption mit Bezug zu Honegger · Spielfreude und Begegnung
Mit meinem Stolpern ankommen

Betritt den Kreis mit einer kleinen, erfundenen Schwierigkeit: Der Hut sitzt schief oder die Begrüssung findet ihren Anfang nicht. Lass die anderen an deinem Versuch teilhaben und nimm ihre Reaktion wahr. Beende mit deinem Namen und einer Geste, die heute zu dir passt.

Neu · Ankommen · Eigene Adaption mit Bezug zu Suppiger · Reinfall und Beziehung; für diese Sammlung entwickelt
Langsam anfangen

Körper, Atem und eigenes Tempo wahrnehmen.

Zeitlupe durch den Raum

Bewege dich in deinem möglichen Bewegungsradius sehr langsam. Halte auf ein vereinbartes Signal inne und bemerke Gewicht, Blick und Atem. Bewege dich anschliessend weiter.

Körper · Präsenz
Atemlinie

Lass die Arme mit dem Einatmen steigen und mit dem Ausatmen sinken, soweit es angenehm ist. Verändere deinen Atem nicht mit Kraft. Im Sitzen oder mit einer kleinen Handbewegung geht es ebenso.

Atem · Solo
Neutraler Gang

Gehe ohne gespielte Figur und ohne erzählerischen Auftrag durch den Raum. Bemerke deine Gewohnheiten, ohne sie wegmachen zu müssen. Erkunde, wie ein aufmerksamer Anfang aussehen könnte.

Körper · Neutralität
Bewegungsimpuls weitergeben

Eine Person beginnt im Kreis mit einer kleinen Bewegung. Die nächste nimmt sie auf und verändert sie leicht. Lasst den Impuls einmal durch die ganze Gruppe wandern.

Körper · Kreis
Körperteile führen

Lass nacheinander Nase, Kinn, Bauch oder Knie eine Bewegung anführen. Erkunde, wie sich dadurch Haltung und Figur verändern. Bleibe bei Bewegungen, die dir guttun.

Körper · Figur
Flow and go – fliessen und wagen

Lass mit entspanntem Ausatmen eine fliessende Bewegung oder Ruhe entstehen. Setze auf ein vereinbartes Zeichen einen kurzen, klaren Spielimpuls, etwa eine Wendung, einen Laut oder eine Geste. Kehre ins Wahrnehmen zurück und lass die Antwort einer anderen Person dein nächstes Go beeinflussen. Das Tempo bleibt so, dass ihr euch wahrnehmen könnt.

Gemeinsam forschen · Flow and go · Christofs Praxisnotizen; eigene Adaption
Präsenz und Wahrnehmung

Kontakt aufnehmen, Angebote bemerken, gemeinsam reagieren.

Blickkontakt-Runde

Bewegt euch durch den Raum und nehmt die anderen wahr. Wo es für beide stimmt, begegnen sich eure Blicke kurz. Ein Nicken, ein Blick daneben oder ein Weitergehen sind gleichwertige Möglichkeiten.

Kontakt · Gruppe
Statusspiel still

Wähle innerlich einen Spielstatus zwischen eins und zehn. Drücke ihn mit Haltung, Blick und Tempo aus, ohne andere abzuwerten. Beobachtet danach gemeinsam: Was wurde sichtbar, was blieb eine Vermutung?

Status · Nonverbal
Ja, und … im Kreis

Eine Person beginnt mit einem erfundenen Satz. Die nächste greift etwas daraus auf und ergänzt es mit «Ja, und …». Die Zustimmung gilt dem fiktionalen Angebot; persönliche Grenzen bleiben gültig.

Akzeptanz · Sprache
Das Publikum wirklich sehen

Stelle oder setze dich auf die Spielfläche. Nimm die Anwesenden wahr, ohne sofort etwas vorführen zu müssen. Lass eine Reaktion entstehen oder bleibe einen Moment still.

Clown · Publikum
Freeze & Justify

Zwei Personen improvisieren eine kurze Szene. Auf «Freeze» halten sie inne; eine freiwillige Person übernimmt eine der Haltungen. Daraus beginnt eine neue Szene, ohne ungefragte Berührung.

Bühne · Spontaneität
Die viel zu grosse Ankündigung

Kündige eine ganz kleine Fähigkeit mit grosser Feierlichkeit an, etwa einen Finger zu heben. Führe sie aus und nimm die Reaktion des Publikums wahr. Wenn die Wirkung ausbleibt, halte einen Moment inne und lass dein Erstaunen sichtbar werden. Verzichte darauf, ein Lachen zu erzwingen.

Neu · Gemeinsam forschen · Eigene Adaption mit Bezug zu Gaulier · Spiel und Flop
Ein Stuhl, zwei Ansprüche

Zwei Figuren halten denselben leeren Stuhl für ihren Ehrenplatz. Verhandelt nur mit Abstand, Blick und Haltung; niemand wird verdrängt oder berührt. Auf ein Zeichen wechselt ihr die Statushaltung und sucht ein überraschendes gemeinsames Ende.

Neu · Gemeinsam forschen · Eigene Adaption mit Bezug zu Johnstone · Status und Angebote
Das unsichtbare Material

Erkunde eine vorgestellte Masse: zunächst zäh wie Honig, dann leicht wie Luft, schliesslich schwer wie nasser Sand. Lass die Materialqualität deinen ganzen Bewegungsablauf verändern. Eine zweite Person nimmt die Qualität auf und entwickelt daraus mit dir eine kurze Szene.

Neu · Gemeinsam forschen · Eigene Adaption mit Bezug zu Lecoq · Bewegungsqualitäten
Du veränderst mein Spiel

Beginne zu zweit mit einer einfachen Tätigkeit, etwa einen unsichtbaren Tisch zu decken. Bemerke eine kleine Veränderung deines Gegenübers und lass sie dein eigenes Spiel verändern. Teilt überraschende Momente mit dem Publikum, ohne sie zu erklären. Ein Nein darf eine neue Richtung öffnen.

Neu · Gemeinsam forschen · Eigene Adaption mit Bezug zu Suppiger · Beziehung und Resonanz; für diese Sammlung entwickelt
Reinfall – sehen und weitergehen

Beginne eine einfache erfundene Aufgabe, etwa einen unsichtbaren Hut auf einen Haken zu hängen. Wenn dein Plan nicht aufgeht, halte kurz inne und teile deine Entdeckung mit dem Publikum. Lass daraus einen neuen kleinen Versuch entstehen, statt den Fehler sofort zu verdecken. Ein Ende oder ein Stopp darf ebenfalls die nächste Entscheidung sein.

Gemeinsam forschen · Suppiger · 8R: Reinfall; eigene Spielanregung
Allein · Duo · Gruppe

Zwischen Eigenraum und gemeinsamem Spiel wechseln.

Soloportrait

Sei für einen kurzen Moment allein auf der Spielfläche. Du musst weder lustig sein noch etwas leisten. Die Gruppe übt, aufmerksam zuzuschauen, ohne dich zu prüfen.

Solo · Präsenz
Spiegel zu zweit

Eine Person bewegt sich langsam, die andere spiegelt. Tauscht die Führung. Erkundet danach, ob ein gemeinsamer Bewegungsfluss ohne festgelegte Führung entsteht.

Duo · Körper
Gruppenrhythmus

Sucht einen gemeinsamen Bewegungs- oder Klangrhythmus. Niemand muss dirigieren; kleine Impulse dürfen aufgenommen werden. Lasst Unterschiede hörbar und findet einen gemeinsamen Schluss.

Gruppe · Rhythmus
Der Flop als Geschenk

Betritt die Spielfläche mit einer kleinen Absicht. Wenn etwas misslingt, halte kurz inne und teile den Moment durch einen Blick oder eine Geste. Du darfst weiterspielen, verändern oder aufhören.

Flop · Solo
Angebot annehmen

Beginnt zu zweit ohne vorgegebenes Thema. Bemerke ein Angebot deines Gegenübers und antworte darauf. Passt ein Angebot nicht zu deiner Grenze, verändert es gemeinsam oder beginnt neu.

Duo · Angebot
Statuswechsel zu zweit

Spielt eine harmlose Alltagsszene mit unterschiedlichen Statushaltungen. Tauscht diese auf ein Signal. Besprecht anschliessend, wie Blick, Stimme und Abstand die Beziehung verändert haben.

Status · Duo
Solo-Erkundung

Beginne ohne fertigen Plan mit einer Bewegung, einem Ton oder einer Pause. Folge dem nächsten wahrnehmbaren Impuls. Beobachte, wie Körper und Stimme einander beeinflussen.

Solo · Impuls
Gruppenerzählung

Erzählt gemeinsam eine Geschichte, indem jede Person ein Wort oder einen Satz ergänzt. Greift etwas aus dem Vorherigen auf. Wenn die Geschichte stockt, macht eine Pause und setzt gemeinsam neu an.

Gruppe · Sprache
Ein Moment in drei Sprachen

Wähle einen kleinen Moment aus dem bisherigen Spiel. Zeige ihn zuerst als Bewegung, dann als Laut und schliesslich mit einem kurzen Satz. Lass zwischen den Formen eine Pause und bemerke, was sich verändert.

Neu · Integrieren · Eigene Adaption mit Bezug zu Zaporah · Ausdruckswechsel
Dieselbe Szene, ein Angebot mehr

Wiederholt zu zweit einen kurzen Ausschnitt, der zuvor ins Stocken geraten ist. Greift diesmal bewusst ein kleines Angebot des Gegenübers auf. Haltet danach inne und benennt je eine beobachtete Veränderung, ohne die erste Fassung abzuwerten.

Neu · Integrieren · Eigene Adaption mit Bezug zu Johnstone · Annehmen und Weiterführen
Vom Wirbel in die Ruhe

Lass eine Bewegung aus dem Spiel noch einmal auftauchen. Verkleinere sie allmählich, bis nur ein leiser Impuls bleibt. Bleibe einen Augenblick in einer bequemen Haltung und nimm wahr, was nachklingt.

Neu · Integrieren · Eigene Adaption mit Bezug zu Lecoq · Bewegung und Ruhe
Impro-Bühne

Dem Unerwarteten eine Form geben.

Publikumswunsch

Das Publikum bietet einen Ort, einen Titel oder eine Stimmung an. Zwei Spielende wählen einen passenden Vorschlag und beginnen. Ein unerwarteter Moment darf zur Wendung werden.

Impro · Publikum
Der Fehler ist das Spiel

Wenn etwas misslingt, kann die spielende Person innehalten und sich verneigen. Die Gruppe würdigt den Mut, wenn diese Form vorher vereinbart wurde. Danach entscheidet die Person, wie sie weitergehen möchte.

Flop · Bühne
Rollenwechsel-Roulette

Eine kleine Szene beginnt, die übrigen Personen schauen zu. Wer einsteigen möchte, bietet einen Wechsel mit einem vereinbarten Zeichen an. Die spielende Person bestätigt den Wechsel; Berührung ist nicht nötig.

Bühne · Gruppe
Die fixe Obsession

Gib deiner Figur einen einfachen, harmlosen Wunsch, etwa jeden Hut geradezurücken. Lass diesen Wunsch in unterschiedlichen Situationen auftauchen. Beobachte, wann Wiederholung komisch wird und wann eine Pause mehr erzählt.

Clown · Figur
Emotion im Körper

Spiele eine kurze Szene mit bewusster Haltung, Tempo und Raumnutzung. Lass Worte und Mimik zunächst zurücktreten. Fragt danach, welche unterschiedlichen Lesarten im Publikum entstanden sind.

Körper · Emotion
Raumpartituren

Teilt die Spielfläche in verschiedene Zonen. Vereinbart für das Experiment mögliche Qualitäten wie Nähe, Distanz oder Unsicherheit. Spielt mit Wechseln und prüft, ob das Publikum diese Bedeutungen tatsächlich wahrnimmt.

Raum · Bühne
Eintreten und Warten

Betritt langsam die Spielfläche und bleibe stehen oder setze dich. Nimm den Raum und das Publikum wahr. Warte, bis ein eigener nächster Impuls entsteht.

Eintreten · Timing
Stimme folgt Körper

Beginne mit einer Bewegung und lass einen Laut daraus entstehen. Probiere anschliessend den umgekehrten Weg: Ein Laut führt die Bewegung. Halte Lautstärke und Bewegungsumfang angenehm.

Stimme · Körper
Die grosse Nummer ohne Plan

Betritt allein oder zu zweit die Spielfläche, als beginne eure grosse Nummer, ohne vorher einen Inhalt festzulegen. Lass aus dem ersten Blick, Zögern oder Missverständnis ein Spiel entstehen. Wenn etwas nicht wirkt, halte inne und teile die Entdeckung mit dem Publikum. Beende, solange noch Spielfreude da ist.

Neu · Freie Impro · Ausklang · Eigene Adaption mit Bezug zu Gaulier · Spiel, Publikum und Flop
Was zwischen uns auftaucht

Zwei Clowns begegnen sich ohne vereinbarte Geschichte. Beginnt mit einem Blick, einer Geste oder einem harmlosen imaginären Gegenstand und wartet aufeinander. Folgt dem, was euch Freude macht, und bezieht das Publikum mit ein. Lasst ein gemeinsames Ende entstehen, statt eine Pointe erzwingen zu müssen.

Neu · Freie Impro · Ausklang · Eigene Adaption mit Bezug zu Honegger · Spielfreude und Publikumskontakt
Offene Bühne – verbunden bleiben

Eine Person beginnt mit einem kleinen Wunsch auf der Spielfläche, weitere steigen nach eigener Wahl ein. Nehmt wahr, was zwischen euch entsteht; Reinfall, Stille und ein Nein dürfen dem Spiel eine Wendung geben. Wer aussteigt, zeigt dies deutlich, und die anderen lassen den Wechsel geschehen. Beendet gemeinsam mit einer Geste oder einem kurzen Dank.

Neu · Freie Impro · Ausklang · Eigene Adaption mit Bezug zu Suppiger · Weniger perfekt, mehr verbunden; für diese Sammlung entwickelt
PPP – die volle Pause

Betritt die Spielfläche und lass dir Zeit: Pause. Trage einen kleinen Wunsch in dir, ohne ihn sofort auszuführen: Pregnant. Nimm dich, dein Gegenüber und das Publikum wahr: Presence. Lass erst daraus eine Handlung oder einen gemeinsamen stillen Schluss entstehen.

Freie Impro · Ausklang · Honegger · PPP, in Christofs persönlicher Auslegung; eigene Adaption
Abschluss und Reflexion

Das Erlebte würdigen und in den Alltag zurückkehren.

Eine Hand, zwei Fragen

Öffne eine Hand für «Das nehme ich mit». Öffne die andere für «Das möchte ich vertiefen». Du kannst sprechen, eine Geste zeigen oder passen.

Reflexion · Gruppe
Abschluss-Geste

Zeige eine Geste, die den Abend für dich zusammenfasst. Die anderen lassen sie auf sich wirken. Es braucht keine Erklärung.

Körper · Abschluss
Satz vervollständigen

Ergänze «Heute habe ich bemerkt, dass …» oder «Beim nächsten Mal möchte ich wagen …». Die Gruppe hört zu, ohne Diskussion oder Ratschläge. Ein kurzer Satz genügt.

Reflexion · Sprache
Körper-Feedback

Zeige mit einer kleinen Körperreaktion, wie der Abend bei dir nachklingt. Ergänze nach Wunsch ein Wort. Deine Wahrnehmung gehört dir und wird von anderen nicht interpretiert.

Körper · Abschluss
Applaus für den Versuch

Wer möchte, zeigt nochmals einen winzigen Versuch, der anders verlief als geplant. Die Gruppe würdigt das Zeigen mit einer vorher vereinbarten Geste oder einem kurzen Applaus. Die spielende Person bestimmt selbst, wann der Moment beendet ist.

Neu · Würdigen · Eigene Adaption mit Bezug zu Gaulier · Flop und Publikum
Das Geschenk zurückgeben

Erinnere dich an eine kleine Geste, die dir heute Freude gemacht hat. Biete sie der betreffenden Person als freundliches Echo an, ohne sie zu karikieren. Sie darf das Echo aufnehmen, verändern oder einfach entgegennehmen.

Neu · Würdigen · Eigene Adaption mit Bezug zu Honegger · Spielfreude und Begegnung
Ein Klang für das Ensemble

Jede Person bietet nach eigener Wahl einen leisen Laut oder eine kleine Bewegung an. Nehmt die Angebote nacheinander auf, sodass ein kurzer gemeinsamer Klangkörper entsteht. Lasst ihn zusammen ausklingen und schenkt der Stille Aufmerksamkeit.

Neu · Würdigen · Eigene Adaption mit Bezug zu Zaporah · Stimme und Ensemble
Der kleinste nächste Auftritt

Nenne eine alltägliche Situation, in der du etwas mehr Spielfreude ausprobieren möchtest. Zeige dazu eine winzige Geste, die dich daran erinnern könnte. Die Gruppe nimmt sie wahr, ohne dir einen Auftrag daraus zu machen.

Neu · Freie Impro / Abschluss · Eigene Adaption mit Bezug zu Honegger · Spielfreude im Alltag
Ja, und morgen vielleicht

Beginne einen Satz mit «Morgen könnte ich …». Eine andere Person ergänzt auf Einladung eine spielerische Möglichkeit mit «Ja, und vielleicht …». Entscheide selbst, ob du etwas davon mitnehmen möchtest; aus der Spielidee entsteht keine Verpflichtung.

Neu · Freie Impro / Abschluss · Eigene Adaption mit Bezug zu Johnstone · Angebote weiterentwickeln
Der unperfekte Abgang

Verabschiede dich mit einem kleinen, absichtlich unvollkommenen Auftritt: etwa einer Verbeugung, die kurz ihren Weg sucht. Nimm die Gruppe noch einmal wahr und beende deinen Auftritt selbst. Wer lieber ruhig geht, verabschiedet sich mit einem Blick oder Wort.

Neu · Freie Impro / Abschluss · Eigene Adaption mit Bezug zu Gaulier · Spiel und Publikum

Das PDF enthält deine aktuelle Auswahl, Spielanweisungen und Notizen.

Tagesblatt ansehen

Eigene redaktionelle Adaptionen; keine dokumentierten Originalübungen der genannten Lehrpersonen. Bewegung, Blickkontakt und Stimme lassen sich anpassen.

Zwischen Eintritt und Stolpern, Blick und Flop, Atem und Angriffslust liegt ein Feld, in dem Spiel zur Schule der Wahrnehmung wird. Mich interessiert, was geschieht, wenn Menschen den Raum wirklich betreten: mit ihrer Lust, ihrer Unsicherheit und einem Körper, der schon etwas erzählt, bevor der erste Satz gesprochen ist.

Clown wagen heisst für mich, mich diesem Moment auszusetzen. Ich komme mit einer Absicht. Dann antwortet der Raum. Jemand lacht an einer Stelle, an der ich es nicht erwartet habe. Eine Geste bleibt ohne Echo. Mein schöner Plan stolpert. Genau hier kann das Spiel beginnen – wenn ich noch da bin und bemerke, was geschieht.

Wenn der Plan stolpert

Ein Flop lässt sich überspielen. Man kann schneller werden, lauter reden, noch eine Idee nachschieben. Man kann aber auch kurz stehen bleiben. Ein Blick zum Publikum genügt manchmal: Ja, das ist gerade passiert. Aus dem Versuch, eine gelungene Figur zu zeigen, wird ein geteilter Moment.

Das Scheitern braucht dabei keine Verklärung. Es darf peinlich sein, enttäuschen oder einfach unergiebig bleiben. Niemand muss aus jeder Unsicherheit eine Pointe machen. Mich interessiert die Möglichkeit, nach einem misslungenen Versuch in Verbindung zu bleiben – mit mir, mit den Mitspielenden und mit dem Publikum.

Der Körper bietet etwas an

Eine Nase, die vorausgeht, verändert den Gang. Eine Pause verändert den Satz. Ein kleiner Abstand verändert die Beziehung. Solche Verschiebungen lassen sich im Spiel unmittelbar untersuchen. Wir müssen sie nicht zuerst erklären. Wir können sie ausprobieren und danach fragen, was wir wahrgenommen haben.

Dabei erzählt eine Körperhaltung nicht allen dasselbe. Ein gesenkter Blick kann Schüchternheit, Konzentration oder eine Spielidee bedeuten. Deshalb gehören für mich Neugier und Zurückhaltung zusammen: Ich darf etwas sehen, ohne schon zu wissen, wer du bist.

Ein Angebot – und die Freiheit zu antworten

Improvisation lebt davon, Angebote zu bemerken und aufzugreifen. Eine Bewegung wird beantwortet, ein Satz weitergeführt, ein Missverständnis bekommt eine Form. Das gemeinsame Spiel entsteht zwischen den Beteiligten. Auch wer gerade zuschaut, trägt durch Aufmerksamkeit dazu bei.

Ein Ja zum Spiel lässt Raum für ein Nein.
Die Spielregel «Ja, und …» hebt keine persönliche Grenze auf. Zuschauen, passen, eine Übung verändern und Stopp sagen bleiben jederzeit möglich. Körperkontakt wird vorher vereinbart. Humor soll niemanden beschämen; Aussteigen braucht keine Rechtfertigung.

Ein Abend mit Orientierung und Spielraum

Ein guter Rahmen macht den nächsten Schritt erkennbar und lässt dem Unerwarteten Platz. Die sechs Arbeitsbereiche der Sammlung können in unseren Fünfer-Rhythmus einfliessen: Ankommen · Gemeinsam forschen · Integrieren · Würdigen · Freie Impro und Ausklang.

Im Ankommen finden wir Kontakt zu Raum, Körper und Gruppe. Beim gemeinsamen Forschen erproben wir Präsenz, Solo, Duo und Ensemble. Eine kurze Pause und das Benennen einer Entdeckung helfen beim Integrieren. Im Würdigen schenken wir einem Versuch Aufmerksamkeit. In der fünften Phase wird frei improvisiert: ohne fertige Geschichte, mit Aufmerksamkeit füreinander und für das Publikum. Eine kurze Geste oder ein Satz kann den Abend schliessen.

Wähle wenige Übungen und lass zwischen ihnen Luft. Die Reihenfolge unten ist eine Orientierung, kein Pflichtprogramm. Stimmen die Energie oder die Bedürfnisse der Gruppe nicht mehr, darf der Ablauf sich verändern. Eine vereinbarte Endzeit und erreichbare Pausen geben Halt.

8R im Clownspiel – Reinfall als Tür

Die 8R von Christof Suppiger dienen hier als Fragen an das Spiel. Wir wählen jeweils einen Schwerpunkt und lassen die anderen mitklingen. Reinfall bekommt besonderen Raum: Eine misslungene Absicht kann sichtbar werden und eine neue Beziehung zum Publikum eröffnen.

Räume

Wo entsteht Spiel – und wo braucht es Platz?

Rollen

Wer spielt, wer schaut zu, wer begleitet?

Rahmen

Was ist vereinbart, und wie zeigen wir Stopp?

Rhythmen

Wann fliessen, wann entscheiden, wann pausieren?

Richtung

Welchem kleinen Wunsch folgt mein Clown?

Reife

Wie viel Offenheit und Herausforderung ist heute stimmig?

Rang

Wer nimmt Raum, wer gibt Raum – und wie wechseln wir?

Reinfall

Was passiert, wenn mein Plan nicht aufgeht – und wie teile ich das?

Resonanz als Querdimension: Was nehme ich wahr? Was antworten die Mitspielenden und das Publikum? Eine stille Antwort zählt ebenso wie ein Lachen.

Gaulier · Honegger · Suppiger

Im Zentrum stehen Spielfreude, Publikumskontakt und der Mut, mit einem Reinfall sichtbar zu bleiben. Gaulier und Honegger geben wichtige Anregungen; Christof Suppigers Spielhaltung verbindet sie hier mit Beziehung, Resonanz und Humor ohne Beschämung. Die Suppiger-bezogenen Übungen wurden für diese Sammlung entwickelt und sind keine Zitate oder dokumentierten Lehrübungen. Johnstone, Zaporah und Lecoq bleiben ergänzende Zugänge.

Die Ausgangsvorlage verbindet fünf Namen mit dem Clown- und Improvisationsspiel. Diese Bezüge sind Anregungen zum Weiterforschen. Die kurzen Lesarten hier setzen die unterschiedlichen Schulen nicht gleich; insbesondere unsere Vereinbarungen zu Freiwilligkeit und Grenzen sind der Rahmen dieser Sammlung.

Philippe Gaulier · Das Spiel

«Le Jeu» steht im Zentrum der Ausbildung seiner Schule. Für die Praxis hier wird daraus die Frage: Wo entsteht Spielfreude – und wie verändert sich das Spiel, wenn etwas anders läuft als geplant?

École Philippe Gaulier · Le Jeu

Peter Honegger · Begegnung als Bezug der Vorlage

Die Vorlage verbindet Peter Honegger mit Eintreten, Warten und Begegnung. Wir nehmen diese Stichworte als Arbeitsfragen auf: Wie komme ich an? Was kann ich anbieten? Wann braucht es eine Pause? Die neuen Adaptionen greifen Spielfreude und Begegnung als Anregungen auf; sie sind keine Originalübungen von Honegger. Peter Honegger · Clownkurse.

Ruth Zaporah · Bewegung, Stimme und Sprache

Action Theater verbindet körperliche Improvisation mit Bewegung, Lauten und Sprache. Eine Anregung für unsere Sammlung ist, diese Ausdruckswege abwechselnd führen zu lassen und ihre Wechselwirkung wahrzunehmen.

Action Theater · Methode

Jacques Lecoq · Bewegung erforschen

Die Schule verbindet Improvisation mit Bewegungstechnik und Bewegungsanalyse. Für unsere Erkundung heisst das: Tempo, Gewicht, Richtung und Raumbeziehung bewusst variieren – und gemeinsam beobachten, was daraus entsteht.

École Jacques Lecoq · Pädagogik

Keith Johnstone · Improvisation und Beziehung

Johnstones Arbeit ist ein Bezugspunkt des Improvisationstheaters. Die Vorlage greift besonders Status und das Annehmen von Angeboten auf. Hier untersuchen wir damit veränderliche Spielbeziehungen; der Wert eines Menschen steht dabei nie zur Disposition.

Keith Johnstone · Werk und Hintergrund

Was bleibt, wenn die Pointe ausbleibt?

Vielleicht ein genauerer Blick. Eine Pause, die sich nicht leer anfühlt. Die Erfahrung, dass jemand auf mein Angebot antwortet. Oder ein Nein, das gehört wird und danach weiteres Spiel möglich macht.

Das ist die Einladung von Clown wagen: Präsenz erproben, Beziehung gestalten und dem Unfertigen eine Bühne geben. Weniger perfekt – mehr verbunden.

Was möchtest du beim nächsten Mal wagen, wenn du niemanden beeindrucken musst?

Christof Suppiger · Überarbeitet am 22. Oktober 2026

Ausgangspunkt: die bereitgestellte Claude-Vorlage «Clown-Abend». Für diese Website sprachlich und inhaltlich bearbeitet. Unbelegte Zitate und personenbezogene Übungszuschreibungen wurden nicht übernommen. Die Sammlung funktioniert ohne externe KI-Abfragen.

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Workshop-Vereinbarungen

A) Für das Gelingen des Workshops ist es erforderlich, dass TeilnehmerInnen von Beginn bis Ende anwesend sind. Sollte Dir dies nicht möglich sein, wende Dich bitte vor der Anmeldung an die Veranstalter.

B) Der Workshop dient der Persönlichkeitsbildung und bietet intensive Lernerfahrungen. Das kann unter Umständen emotional herausfordernd sein. Solltest Du in psychotherapeutischer Behandlung sein, bitten wir Dich, mit uns Kontakt aufzunehmen.