
Viel Kleidersprachen. Ein öffentliches Wohnzimmer.
Warum ich dieses Jahr wieder aufs Rütli gehe.
Ich war schon einmal am 1. August auf dem Rütli.
Ich erinnere mich noch gut daran.
An die Wiese.
An den See.
An die Menschen.
An diese besondere Mischung aus Feier, Geschichte und Zukunft.
Damals hielt Bundesrätin Simonetta Sommaruga die Ansprache. Und damals wurde auch die neue Schweizer Nationalhymne vorgestellt.
Ich weiss noch, wie mich das berührte.
Nicht weil ich Nationalhymnen besonders wichtig finde.
Sondern weil ich darin etwas von meinem eigenen politischen Weg wiedererkannte.
Weisses Kreuz auf rotem Grund,
unser Zeichen für den Bund:
Freiheit, Unabhängigkeit, Frieden.
Offen für die Welt, in der wir leben.
Vom Reduit zur Beziehung
Ich stamme aus einer Familie, in der die Geschichte der Schweiz präsent war.
Mein Grossvater gehörte zu jener Generation, die vom Zweiten Weltkrieg geprägt wurde. Die Schweiz verstand sich damals stark über Neutralität, Landesverteidigung und Unabhängigkeit.
Diese Geschichte verdient Respekt.
Sie hat dieses Land geprägt.
Und doch spüre ich heute etwas anderes.
Für mich besteht die Zukunft der Schweiz nicht nur darin, sich abzugrenzen.
Sondern darin, Beziehungen zu gestalten.
Zur Nachbarschaft.
Zu Europa.
Zu Menschen mit anderen Lebensgeschichten.
Zu Menschen mit anderen politischen Ansichten.
Neutralität allein reicht nicht mehr.
Wir brauchen Beziehungsfähigkeit.
Viele Kleidersprachen
Genau deshalb hat mich das diesjährige Motto der Bundesfeier auf dem Rütli sofort angesprochen:
«Kleidersprachen».
Die Schweizerische Gemeinnützige Gesellschaft erinnert damit an etwas Einfaches und zugleich Tiefes:
Menschen möchten dazugehören.
Manche zeigen das durch eine Tracht.
Andere durch ein Fussballtrikot.
Andere durch Arbeitskleider.
Andere durch die Kleidung ihrer Herkunftskultur.
Die Form ist verschieden.
Die Sehnsucht dahinter oft dieselbe.
Venus vo Bümpliz und die Schweiz von morgen
In den letzten Monaten musste ich immer wieder an ein anderes kulturelles Phänomen denken.
An die Lieder von Patent Ochsner.
An die neue Aufmerksamkeit, die «Venus vo Bümpliz» rund um die Eishockey-Weltmeisterschaft erhalten hat.
Mich fasziniert daran etwas.
Ein Lied kann Menschen verbinden, die politisch, sozial oder kulturell sehr unterschiedlich sind.
Es schafft Zugehörigkeit, ohne Feindbilder zu brauchen.
Gemeinschaft, ohne Ausgrenzung.
Leidenschaft, ohne Hass.
Vielleicht liegt darin ein kleiner Gegenentwurf zu manchen Dynamiken der digitalen Manosphäre, zu Hooliganismus und zu den vielen Räumen, in denen Zugehörigkeit heute über Abgrenzung erzeugt wird.
Die Menschen wollen dazugehören.
Die Frage ist nur:
Zu welcher Geschichte?
GEMEINSCHAFT WAGEN
Genau hier berührt sich das alles mit GEMEINSCHAFT WAGEN.
Auch wir beschäftigen uns letztlich mit Zugehörigkeit.
Nicht als Ideologie.
Nicht als Identitätspolitik.
Nicht als Parteiprogramm.
Sondern als konkrete Erfahrung.
Wer sitzt mit am Tisch?
Wer wird gehört?
Wer darf bleiben, obwohl Unterschiede sichtbar werden?
Wer gehört dazu, ohne sich verbiegen zu müssen?
Für mich beginnt Demokratie nicht erst an der Urne.
Sie beginnt dort, wo Menschen lernen, Unterschiede auszuhalten und trotzdem miteinander in Beziehung zu bleiben.
Dort, wo Nachbarn wieder Nachbarn werden.
Dort, wo Menschen miteinander essen, lachen, schweigen und sprechen.
Dort, wo Beziehung vor Entscheidung kommt.
Vom Rütli ins Quartier
Vielleicht ist das Rütli nicht nur ein Nationalmythos.
Vielleicht kann es auch eine symbolische Vertrauensinsel sein.
Ein Ort, an dem sich die Schweiz nicht als Festung erzählt, sondern als gemeinsame Aufgabe.
Als Land mit vielen Sprachen.
Vielen Kleidern.
Vielen Lebensgeschichten.
Vielen Widersprüchen.
Und genau dort beginnt für mich die Verbindung zu GEMEINSCHAFT WAGEN.
Das Rütli als grosse symbolische Vertrauensinsel.
GEMEINSCHAFT WAGEN als kleine Schwester im Quartier.
Ein öffentliches Wohnzimmer.
Ein Tisch.
Ein Kreis.
Ein Ort, an dem Zugehörigkeit nicht behauptet, sondern geübt wird.
Vielleicht sehen wir uns am 1. August
Wenn ich Anfang August in der Schweiz bin, werde ich wahrscheinlich wieder den Weg aufs Rütli suchen.
Nicht allein.
Am liebsten mit Freundinnen und Freunden.
Mit Menschen aus dem Umfeld von GEMEINSCHAFT WAGEN.
Mit Menschen, die neugierig sind auf die Schweiz.
Nicht auf die perfekte Schweiz.
Sondern auf die lebendige.
Die widersprüchliche.
Die vielfältige.
Die Schweiz mit vielen Kleidersprachen.
Und vielleicht mit genügend Platz für ein öffentliches Wohnzimmer unter freiem Himmel.
Fragen zur Weiterfahrt
Innehalten
Vielleicht ist die wichtigste politische Frage nicht:
Wer gehört zur Schweiz?
Sondern:
Wie gestalten wir eine Schweiz, zu der Menschen gehören können?
Eine Schweiz, die Unterschiede nicht beseitigt.
Sondern tragen lernt.
Eine Schweiz, die nicht nur Grenzen kennt.
Sondern Beziehungen.
Hier die verlinkte Fassung:
Weiterlesen
GEMEINSCHAFT WAGEN – Von der Bubble zur Vertrauensinsel
KEIN KURS. ZUM GLÜCK.
Stammtische & Partiziparties
NICHT PEINLICH. NICHT CRINGE.
Herkunft. Familie. Gesellschaft. (Link)
Quellen
Schweizerische Gemeinnützige Gesellschaft: Bundesfeier 2026 auf dem Rütli – «Kleidersprachen»
Schweizerische Gemeinnützige Gesellschaft: Neuer Hymnentext
Patent Ochsner: «W. Nuss vo Bümpliz»
KI-Transparenz
KI ist Werkzeug – die Unterschrift ist meine. Für sprachliche Verdichtung und Struktur nutze ich punktuell KI als Werkzeug. Verantwortung, Auswahl und Endfassung liegen bei mir. Wichtig ist mir ein macht- und gewaltbewusster Umgang damit.
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