
Faktor M ist teuer: Warum Antifeminismus auch wirtschaftlich ein schlechtes Geschäft ist
16. Juni 2026 · ca. 11 Minuten Lesezeit
Faktor M ist nicht nur ein kulturelles Reizwort. Und Antifeminismus ist nicht nur ein Angriff auf Gleichstellung. Beides hat Folgen: für Partnerschaften, Familien, Care-Arbeit, Bildung, Gewaltprävention, Demokratie – und ja, auch für die Wirtschaft. Meine gewagte These: Wer nur in Zahlen, Deals und Rendite denkt, müsste eigentlich besonders allergisch auf Faktor M reagieren. Denn jeder Deal lebt von Vertrauen. Faktor M zerstört Vertrauen und nennt es Stärke.
Eine Klärung: Studie, Theunert und Faktor M
Streng genommen ist die neue Schweizer Studie Männlichkeit im Wandelkeine «Theunert-Studie» im engen Sinn. Sie wurde von der Universität Zürich in Zusammenarbeit mit männer.ch erarbeitet. Markus Theunert ist aber als fachlicher Leiter und Co-Geschäftsleiter von männer.ch ein zentraler öffentlicher Vermittler dieser Forschung und hat den Begriff Faktor M bereits vorher als Orientierungsrahmen für männlichkeitsideologische Radikalisierung geprägt. In seinem Fachbeitrag beschreibt er fünf Dimensionen des Faktor M: Essentialismus, Hypermaskulinität, Misogynie, Bruderschaft und Autoritarismus. Genau diese Logik hilft, die neuen Studiendaten nicht nur als Zahlen, sondern als gesellschaftliche Dynamik zu lesen.
Für mich entsteht daraus eine klare Brücke: Die Studie zeigt, wie verbreitet restriktiv-dominante Männlichkeitsbilder in der Schweiz sind. Theunerts Faktor-M-Rahmen zeigt, wie solche Bilder innerlich, kulturell und politisch funktionieren. Und meine Frage lautet: Was bedeutet das für GEMEINSCHAFT WAGEN, für Männer im Kontakt, für Preispolitik als Beziehungslogik – und für eine Wirtschaft, die endlich begreifen müsste, dass Vertrauen kein weicher Faktor ist?
«Toxische Männlichkeit» ist der Medienbegriff. Faktor M ist die präzisere Diagnose.
In der medialen Zuspitzung landet man schnell beim Begriff toxische Männlichkeit. Ich verstehe, warum dieser Begriff wirkt. Er sagt rasch: Hier geht es nicht nur um eine private Meinung oder einen schlechten Ton, sondern um Männlichkeitsbilder, die Schaden anrichten. Trotzdem ist der Begriff heikel. Wenn er falsch gebraucht wird, klingt er schnell so, als seien Männer toxisch.
Das ist nicht meine Haltung.
Für mich ist Faktor M präziser. Er beschreibt nicht Männer als Gift, sondern ein Muster, das Beziehungen vergiftet: starre Geschlechterbilder, Härtezwang, Kontrolle, Frauenabwertung, Abwehr von Gleichstellung, Bruderschaft gegen Kritik und autoritäre Ordnungsfantasien. männer.chbeschreibt Faktor M als Zusammenspiel von fünf Dimensionen, die Radikalisierung und Extremismus begünstigen können: Essentialismus, Hypermaskulinität, Misogynie, Bruderschaft und Autoritarismus.
Nicht Männer sind toxisch. Bestimmte Männlichkeitsprogramme sind es.
Oder genauer:
Faktor M ist toxisch dort, wo Männlichkeit Beziehung vergiftet: durch Kontrolle statt Vertrauen, Härte statt Ansprechbarkeit, Abwertung statt Kooperation und Dominanz statt Verantwortung.
Es geht nicht um Männerbeschämung
Die Studie zeigt, dass 20 Prozent der befragten Männer und 7 Prozent der Frauen zur Gruppe mit hohen Faktor-M-Werten gezählt werden. Besonders auffällig ist die jüngste männliche Altersgruppe: Fast jeder dritte Mann zwischen 18 und 24 Jahren gehört dort zur Gruppe mit den höchsten Faktor-M-Werten. Die Forschenden beschreiben Faktor M als umfassendes Einstellungsmuster, in dem «echte Männlichkeit» als bedroht erlebt wird und sich mit männlichen Überlegenheitsansprüchen, Gewaltbereitschaft, Frauenfeindlichkeit, Verachtung sexueller Minderheiten und Ablehnung von Gleichstellung verbindet.
Ich schreibe diesen Text nicht, um junge Männer an den Pranger zu stellen. Das wäre zu billig. Und es wäre auch pädagogisch dumm.
Ich schreibe ihn, weil ich glaube: Wir müssen früher mit Männern sprechen. Nicht erst, wenn Gewalt passiert. Nicht erst, wenn Männer in der Manosphere verschwinden. Nicht erst, wenn der Bildschirm übernimmt. Nicht erst, wenn aus Scham Härte wird.
Männer im Kontakt ist deshalb für mich keine Wohlfühloase. Es ist Prävention. Ein Raum, in dem Männer nicht beschämt, aber auch nicht geschont werden. Ein Raum, in dem Wut gehört werden kann, ohne dass Abwertung den Raum führt. Ein Raum, in dem Männer lernen, dass Stärke nicht bedeutet, niemanden zu brauchen.
Begriffsklärung: Feminismen, Maskulinismus, Antifeminismus und Faktor M
Damit Faktor M nicht einfach als neues Schlagwort im Raum steht, brauche ich eine kurze Klärung. Denn rund um Männlichkeit, Feminismus und Antifeminismus wird schnell alles durcheinandergeworfen.
Feminismen sind nicht einheitlich. Es gibt liberale, radikale, intersektionale, queer-feministische, materialistische, care-feministische und viele weitere Linien. Gemeinsam ist ihnen meist: Sie analysieren Geschlechterverhältnisse als Machtverhältnisse und wollen Ungleichheit, Abwertung, Gewalt und Ausschluss abbauen. Die Friedrich-Ebert-Stiftung beschreibt Feminismus grundlegend als gesellschaftliche Bemühung, Frauenrechte zu stärken und Gleichberechtigung von Frauen und Männern zu erreichen.
Maskulinismus oder Maskulinismen sind ebenfalls nicht ganz einheitlich. Es gibt berechtigte Männeranliegen: Männergesundheit, Suizidprävention, Einsamkeit, Väterverantwortung, Bildungsfragen, Gewalt gegen Männer, Scham, Rollenenge. Diese Themen brauchen Sprache, Forschung, Räume und politische Ernsthaftigkeit. Männerarbeit wird dort wertvoll, wo sie Männer nicht gegen Gleichstellung mobilisiert, sondern beziehungsfähiger, verantwortlicher und freier macht.
Antifeminismus beginnt dort, wo männliche Verunsicherung nicht in Lernbereitschaft, sondern in Abwehr übersetzt wird. Gleichstellung erscheint dann als Bedrohung. Feminismus wird zum Feindbild. Frauen, queere Menschen, Care-Arbeit und Vielfalt werden abgewertet. Die Friedrich-Ebert-Stiftung beschreibt Antifeminismus als Gegenbewegung zum Feminismus und als Antwort auf Forderungen nach gleicher Teilhabe von Frauen an Politik, Wirtschaft und Kultur; Maskulismus wird dort als moderne Ausprägung des Antifeminismus beschrieben.
Faktor M beschreibt genau dieses gefährliche Bündel restriktiv-dominanter Männlichkeitsvorstellungen. Es geht um Vorstellungen, in denen «echte Männlichkeit» als bedroht erlebt wird und sich mit männlichen Überlegenheitsansprüchen, Gewaltbereitschaft, Frauenfeindlichkeit, Verachtung sexueller Minderheiten, Ablehnung von Gleichstellung und autoritären Ordnungsfantasien verbindet.
Für mich ist diese Unterscheidung zentral:
Nicht jeder Männerdiskurs ist antifeministisch. Aber jeder Männerdiskurs muss sich fragen lassen, ob er Männer beziehungsfähiger macht – oder härter gegen Gleichstellung.
Oder noch zugespitzter:
Feminismen zeigen, wo Geschlechterverhältnisse verletzen. Gute Männerarbeit zeigt, wo Männer in diesen Verhältnissen selbst verarmen, verhärten oder gefährlich werden. Faktor M entsteht dort, wo männliche Verletzung nicht beziehungsfähig wird, sondern sich gegen Gleichstellung, Frauen, queere Menschen und Care richtet.
Faktor M als beschädigte Beziehungsarchitektur
Theunerts Faktor-M-Rahmen ist so hilfreich, weil er nicht einfach sagt: «Da sind halt ein paar aggressive Männer.» Er beschreibt ein Muster. Essentialismus sagt: Geschlecht sei durch Natur oder Gott festgelegt und nicht gestaltbar. Hypermaskulinität macht Härte, Aggression, Kontrolle und Risikobereitschaft zu Grundbausteinen männlicher Identität. Misogynie wertet Frauen ab und weist ihnen unbezahlte Sorgearbeit, Zuwendung und sexuelle Verfügbarkeit zu. Bruderschaft stellt männliche Kameradschaft über Verletzlichkeit und Verantwortung. Autoritarismus sucht Sicherheit in Unterordnung, Überlegenheit und Aggression gegen das Fremde.
Das ist für mich der entscheidende Punkt: Faktor M ist nicht einfach eine Meinung. Faktor M ist eine Beziehungsarchitektur. Eine schlechte.
Er sagt:
Kontrolle statt Vertrauen.
Härte statt Ansprechbarkeit.
Überlegenheit statt Kooperation.
Bruderschaft statt Verantwortung.
Abwertung statt Beziehung.
Gewinnen statt tragen.
Genau deshalb ist Faktor M nicht nur für Frauen, queere Menschen und Kinder gefährlich. Er ist auch für Männer selbst eine Verarmung. Er macht Männer härter, aber nicht freier. Er macht Männer lauter, aber nicht beziehungsfähiger. Er bietet Zugehörigkeit, aber oft zum Preis von Abwertung.
Der Schaden hat eine Rechnung
Die Studie Männlichkeit im Wandel zeigt einen Zusammenhang zwischen hohen Faktor-M-Werten und Gewalt in Partnerschaften. Hohe Faktor-M-Werte gehen laut UZH mit einer erhöhten Wahrscheinlichkeit einher, in der Partnerschaft Gewalt auszuüben oder Gewalt zu erleben. Die Forschenden halten fest, dass Personen, die männliche Dominanzansprüche, Geringschätzung von Frauen und Kontrollverhalten als normal einordnen, ein höheres Risiko haben, auf beiden Seiten solcher Dynamiken zu stehen.
Damit sind wir nicht mehr nur im Bereich von Meinung, Tonfall oder Kulturkampf. Wir sind bei konkreten gesellschaftlichen Folgekosten.
Gewalt kostet. Sie kostet Polizei, Justiz, Gesundheitswesen, Beratungsstellen, Schulen, Arbeitgeber, Nachbarschaften und Familien Kraft. Eine Studie von INFRAS im Auftrag des Eidgenössischen Büros für die Gleichstellung von Frau und Mann schätzte die jährlichen tangiblen Kosten von Gewalt in Paarbeziehungen in der Schweiz auf rund 164 bis 287 Millionen Franken; zusätzlich werden fast 2 Milliarden Frankenintangible Kosten durch Verlust an Lebensqualität ausgewiesen.
Das ist eine harte Zahl für alle, die sonst gerne sagen: «Am Ende zählt, was es kostet.»
Ja. Genau.
Faktor M kostet.
Nicht jeder Mann mit hohen Faktor-M-Werten wird gewalttätig. Das wäre falsch und gefährlich formuliert. Aber wenn ein Einstellungsmuster nachweisbar mit Gewaltakzeptanz, Dominanzansprüchen, Misogynie und Partnerschaftsgewalt zusammenhängt, dann ist Prävention kein Luxus. Sie ist gesellschaftliche Vernunft.
Care ist Wirtschaft, nicht Privatsache
Noch klarer wird es bei Care. Faktor M stabilisiert ein altes Modell: Männer entscheiden, Frauen kümmern. Männer verdienen, Frauen halten den Alltag zusammen. Männer gelten als rational, Frauen als zuständig für Beziehung, Kinder, Haushalt, emotionale Arbeit und soziale Reparatur.
Die Studie beschreibt Zusammenhänge zwischen hohen Faktor-M-Werten, traditionelleren Care-Aufteilungen, autoritäreren Familienbildern und männlicher Entscheidungsmacht in Paarbeziehungen. Hohe Faktor-M-Werte gehen demnach häufiger mit einem männlichen Alleinverdiener-Modell und einer stärkeren Care-Last bei Frauen einher.
Ökonomisch heisst das: Faktor M bindet weibliche Zeit, Energie und berufliches Potenzial. Er macht Care unsichtbar. Er verschiebt Kosten in private Körper, private Küchen, private Schlafzimmer, private Erschöpfung.
Und dann wundert sich eine Gesellschaft, warum Frauen Teilzeit arbeiten, warum Mental Load ungleich verteilt ist, warum Männer in Beziehungskrisen sprachlos bleiben, warum Fachkräfte fehlen, warum Familien erschöpfen, warum Gewaltberatungen ausgelastet sind.
Die OECD weist darauf hin, dass persistente Geschlechterlücken in den Arbeitsmärkten wirtschaftliches Potenzial ungenutzt lassen. Eine OECD-Arbeit von 2024 schätzt, dass das gleichzeitige Schliessen von Lücken bei Erwerbsbeteiligung und bezahlten Arbeitsstunden das jährliche Wachstum erhöhen und das BIP pro Kopf im OECD-Durchschnitt bis 2060 um 8,8 Prozent steigern könnte.
Das ist nicht mein Lieblingsargument. Ich will Gleichstellung nicht nur begründen, weil sie sich rechnet. Würde muss nicht rentieren, um geschützt zu werden.
Aber für Menschen, die in Zahlen denken, ist die Botschaft klar:
Antifeminismus ist schlechte Ökonomie. Er verschwendet Talent, blockiert Care-Gerechtigkeit, erhöht Konfliktkosten und schwächt Vertrauen.
Jeder Deal ist Beziehungspraxis
Ich habe lange gebraucht, um diesen Satz wirklich ernst zu nehmen:
Jeder Deal ist Beziehungspraxis.
Auch ein Geschäftsabschluss lebt nicht nur von Zahlen. Er lebt von Vertrauen, Verlässlichkeit, Ansprechbarkeit, Fairness, Rollenklärung, Risikoteilung und der Fähigkeit, Konflikte nicht sofort in Dominanz oder Rückzug zu verwandeln.
Faktor M arbeitet genau gegen diese Qualitäten.
Das kann kurzfristig stark wirken. Es kann sogar Karrieren befördern. Es kann in gewissen Machtkulturen als Führungsstärke verkauft werden. Aber langfristig produziert es Misstrauen, Angst, Fluktuation, stille Kündigung, Burn-out, Konfliktkosten und Beziehungsabbruch.
Eine Wirtschaft, die nur auf Deals schaut und nicht auf Beziehung, sägt am Ast, auf dem Deals überhaupt möglich werden.
Darum ist meine zugespitzte These:
Faktor M ist Beziehungsmisstrauen in Männlichkeitsform. Und Beziehungsmisstrauen ist teuer – für Familien, Schulen, Betriebe, Demokratie und Volkswirtschaft.
Was Theunert dazu beiträgt
Markus Theunert argumentiert in seiner Männerarbeit nicht gegen Männer, sondern gegen jene Männlichkeitsmuster, die Männer und ihre Umfelder beschädigen. Sein Buch Jungs, wir schaffen das. Ein Kompass für Männer von heute wird vom Verlag als Kompass für Männer beschrieben, die emanzipiert und egalitär leben wollen, aber nicht genau wissen, wie sie das praktisch tun können.
Auf der männer.ch-Seite zum Kompass für Männer wird die Spannung moderner Männlichkeit klar benannt: Männer stehen zwischen alten und neuen Erwartungen; diese Widersprüchlichkeit lässt viele Männer Zuflucht in unterkomplexen Schablonen suchen. Die zentrale Frage lautet dort, welche Kompetenzen Männer brauchen, damit sie aus patriarchalen Prägungen und Strukturen hinauswachsen können.
Das ist für mich die entscheidende Wendung.
Nicht: Männer sind falsch.
Sondern: Bestimmte Männlichkeitsprogramme sind nicht mehr zukunftsfähig.
Nicht: Männer sollen kleiner werden.
Sondern: Männer sollen ganzer werden.
Nicht: Depowerment ohne Empowerment.
Sondern: Macht bewusster, beziehungsfähiger und verantwortlicher leben.
GEMEINSCHAFT WAGEN: Raumöffnung statt Kulturkampf
Für GEMEINSCHAFT WAGEN heisst das: Wir müssen Räume öffnen, in denen diese Auseinandersetzung möglich wird, ohne sofort in Kulturkampf zu kippen.
Ein Mann mit innerem Faktor M darf kommen. Seine Abwertung darf nicht den Raum führen.
Seine Wut darf sprechen. Seine Gewaltfantasie nicht. Seine Kränkung darf sichtbar werden. Seine Frauenverachtung nicht normalisiert. Seine Sehnsucht nach Zugehörigkeit darf ernst genommen werden. Sein Kontrollanspruch nicht.
Das ist kein Widerspruch. Das ist Rahmung.
Für mich gehört Männer im Kontakt genau hier hinein. Nicht als Sonderraum für gekränkte Männer. Sondern als Übungsraum für Verantwortung, Care, Selfcare, Körper, Sprache, Grenze, Humor und Beziehung.
Oder in der Sprache meines Stücks NICHT PEINLICH. NICHT CRINGE.:
Seppi Sonderfall ist nicht die Zielgruppe als Stempel. Seppi ist der Moment vor der Verhärtung. Der Mann, der noch peinlich werden kann. Noch cringe. Noch berührbar. Noch ansprechbar.
Preispolitik als Beziehungslogik
Auch die Preispolitik gehört in diese Logik. Wenn wir sagen, GEMEINSCHAFT WAGEN sei ein öffentliches Wohnzimmer, dann darf der Preis nicht die heimliche Türschwelle sein.
Ein starrer Kursbetrag sortiert Menschen schnell nach Zahlungsfähigkeit. Wer zahlen kann, gehört dazu. Wer wenig hat, bleibt draussen oder kommt mit Scham. Das passt nicht zu einer Caring Community.
Gleichzeitig wäre es unehrlich, so zu tun, als koste Raumhalten nichts. Vorbereitung, Facilitation, Kommunikation, Raum, Nachsorge, Dokumentation und Präsenz sind Arbeit. Auch Care-Arbeit ist Arbeit.
Darum verstehe ich Preispolitik als Beziehungslogik:
Wer mehr geben kann, hilft mit, den Raum für andere zu öffnen.
Wer weniger geben kann, kommt nicht als Schuldner, sondern als Mensch.
Wer nichts zahlen kann, darf trotzdem anfragen.
Und wir machen sichtbar, was der Raum braucht, damit er tragfähig bleibt.
Das ist keine naive Grosszügigkeit. Es ist Struktur.
Preispolitik schützt Beziehung, wenn sie verhindert, dass Zugang nur über Geld geregelt wird. Preispolitik schützt Beziehung aber auch, wenn sie verhindert, dass die Arbeit der Raumhaltenden unsichtbar ausgebeutet wird.
So wird Preis nicht zur Konsumgebühr, sondern zur Frage:
Was kann ich beitragen, damit dieser Raum weiterbesteht – mit Geld, mit Präsenz, mit Verbindlichkeit, mit einem Care-Akt, mit Weitererzählen, mit Aufräumen, mit einer ehrlichen Rückmeldung?
Die gewagte These bleibt
Ich würde die These heute so formulieren:
Antifeminismus ist nicht nur ein Angriff auf Gleichstellung. Er ist auch eine schlechte Zukunftsökonomie. Er hält Frauen in unbezahlter oder unterbewerteter Care-Arbeit, hält Männer in Härte- und Kontrollrollen, erhöht Gewalt- und Gesundheitsrisiken, schwächt soziale Kohäsion und produziert Misstrauen dort, wo Kooperation nötig wäre.
Und noch kürzer:
Faktor M ist teuer. Nicht weil Männer teuer sind. Sondern weil Dominanz, Abwertung und Beziehungsmisstrauen teuer sind.
Das ist der Punkt, an dem Männerarbeit, Feminismus, Care-Ökonomie, Gewaltprävention und Wirtschaftsentwicklung zusammenkommen.
Nicht als Theoriegebäude.
Als Alltag.
Am Küchentisch.
Im Betrieb.
Im Männerkreis.
In der Schule.
In der Nachbarschaft.
Im öffentlichen Wohnzimmer.
Was ich mitnehme
Ich will Männer nicht verlieren. Auch nicht jene, die sich gerade an Härte klammern. Aber ich will auch nicht so tun, als sei Härte harmlos.
Ich will mit dem Menschen sprechen, in dem Faktor M gerade Schutz verspricht.
Und ich will Räume bauen, in denen eine andere Erfahrung möglich wird:
Nicht härter werden.
Ansprechbarer werden.
Nicht beschämen.
Begrenzen.
Nicht retten.
In Beziehung bleiben.
Beziehung trägt Entscheidung. Entscheidung schützt Beziehung.
Fragen, mit denen ich gerne ins Gespräch komme
Wo erleben Männer Gleichstellung als Einladung – und wo als Kränkung?
Welche Räume brauchen Männer, damit sie Scham nicht in Dominanz übersetzen müssen?
Wie können feministische Anliegen und Männerarbeit zusammenwirken, ohne falsche Symmetrie und ohne gegenseitige Verachtung?
Was kostet es Familien, Betriebe und Gesellschaft, wenn Care unsichtbar bleibt?
Wie müsste eine Preispolitik aussehen, die Zugang öffnet und zugleich die Arbeit der Raumhaltenden schützt?
Wo kenne ich in mir selbst einen kleinen Faktor M: Kontrolle, Rückzug, Härte, Nichtbetroffenheit, Abwertung oder den Wunsch, nicht angewiesen zu sein?
Weiterlesen
GEMEINSCHAFT WAGEN – lokale Praxis für tragfähige Beziehungen, Präsenz und gelebte Fürsorge im Alltag.
Macht- und Beziehungsbewusstsein – ein Selbsttest für klare Verbindung, Rückzug, Dominanz, Anpassung und Resonanz.
Chakra-Yoga für Männer – Praxisraum für Körper, Atem, Präsenz und Männlichkeit.
Von innen nach aussen – Selbstfürsorge zuerst – ein persönlicher Text über Selfcare, Care, Männlichkeit, Macht und Beziehungsbewusstsein.
Quellen
Universität Zürich / männer.ch: Dominante Männlichkeitsvorstellungenund Studie Männlichkeit im Wandel.
Markus Theunert / männer.ch: Mann-sein?! Geschlechterreflektiert mit Jungen, Männern und Vätern arbeiten. Ein Orientierungsrahmen für Fachleute und Fachseite Faktor M.
Friedrich-Ebert-Stiftung: Feminismus, Antifeminismus und Maskulismusim Gender Glossar.
INFRAS / Eidgenössisches Büro für die Gleichstellung von Frau und Mann: Kosten von Gewalt in Paarbeziehungen.
OECD: Gender equality and economic growth: Past progress and future potential.
KI-Transparenz
KI ist Werkzeug – die Unterschrift ist meine. Für sprachliche Verdichtung, Struktur und Quellenordnung habe ich punktuell KI genutzt. KI schlägt
Korrigiert: Gianni Guardavia = Pro / Ja zur Nachhaltigkeitsinitiative, Maria Spaccaviso = Contra / Nein zur Nachhaltigkeitsinitiative.
Suno-Song: Mir ist wichtig
Figuren:
Gianni Guardavia – Pro / Ja zur Nachhaltigkeitsinitiative
Maria Spaccaviso – Contra / Nein zur Nachhaltigkeitsinitiative
Style Prompt für Suno:
Warm acoustic ukulele circle song, simple four-chord loop, gentle male and female call-and-response vocals, soft handclaps, community singing, intimate public living room atmosphere, hopeful but fragile, 90 BPM, folk pop, minimal percussion, layered humming, easy chorus.
Chords:
C – G – Am – F
durchgehend als Loop
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Intro
Ukulele leise, Summen im Kreis
Mmmh — mir ist wichtig.
Mmmh — dir ist wichtig.
Mmmh — wir hören hin,
bevor es wieder kippt.
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Strophe 1 – Gianni Guardavia
Gianni Guardavia sagt:
Mir ist wichtig, dass ein Land
nicht immer nur mehr tragen muss.
Mir ist wichtig, dass die Schule atmet,
dass die Pflege nicht zerbricht.
Mir ist wichtig, dass ein Zuhause
nicht nur ein Wort auf Papier ist.
Maria Spaccaviso hört und sagt noch nichts.
Sie hält ihr Nein in der Hand.
⸻
Refrain
Mir ist wichtig.
Dir ist wichtig.
Unter jedem Satz
schlägt ein Herz.
Mir ist wichtig.
Dir ist wichtig.
Bevor wir sagen:
Du bist falsch.
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Strophe 2 – Maria Spaccaviso
Maria Spaccaviso sagt:
Mir ist wichtig, dass ein Mensch
nicht nur als Zahl erscheint.
Mir ist wichtig, dass Zugehörigkeit
nicht kleiner wird durch Angst.
Mir ist wichtig, dass ein Land
nicht Grenzen baut im Herzen.
Gianni Guardavia hört und atmet schwer.
Er hält sein Ja in der Hand.
⸻
Bridge – Es kippt
Maria Spaccaviso sagt:
Diese Initiative hatte fremdenfeindliche Energie.
Gianni Guardavia sagt:
Jetzt bin ich beschämt.
Maria Spaccaviso sagt:
Ich meinte nicht dich.
Gianni Guardavia sagt:
Aber es landet in mir.
Beide schweigen.
Beide schauen weg.
Zwei Sprechblasen fallen
leise auf den Boden.
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Strophe 3 – Zurück ins Herz
Gianni Guardavia sagt:
Ich will niemanden kleiner machen.
Maria Spaccaviso sagt:
Ich will dich nicht beschämen.
Gianni Guardavia sagt:
Ich brauche ehrliche Grenzen.
Maria Spaccaviso sagt:
Ich brauche offene Türen.
Beide sagen:
Vielleicht beginnt Demokratie
nicht mit dem letzten Wort,
sondern mit dem ersten Hören.
⸻
Refrain
Mir ist wichtig.
Dir ist wichtig.
Unter jedem Satz
schlägt ein Herz.
Mir ist wichtig.
Dir ist wichtig.
Bevor wir sagen:
Du bist falsch.
⸻
Outro
Beziehung trägt Entscheidung.
Entscheidung schützt Beziehung.
Wir decken einen Tisch
für die Sprechblasen, die noch fehlen.
Mmmh — mir ist wichtig.
Mmmh — dir ist wichtig.
Mmmh — wir hören hin,
bevor es wieder kippt.
...
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