
Resonanzräume als Vertrauensorte
In unserem Raum bleibt präsent, was geöffnet wurde: das Konkrete, das Ich. Wo es sprudelt, klemmt und trauert, entsteht Vertrauen. Unsere Wege (Impros) bleiben da – sie verflüchtigen sich und verfestigen sich, sobald sie neben die Bedeutsamkeiten von Gesellschaft und Welt gestellt werden.
Sicherheit als Beziehungspolitik
Karin Rykart, meine ehemalige Nachbarin und Stadträtin, versteht Sicherheit nicht als “Wache stehen”, sondern als Lebensqualität im Alltag: sichere Schulwege, Begegnungszonen, Veloinfrastruktur – und den klaren Auftrag, ernst zu nehmen, dass sich Frauen nachts oft weniger sicher fühlen. Sie verweist auf Projekte wie „Zürich schaut hin”. Der entscheidende Punkt: Sicherheit ist nicht Macht über Regeln, sondern Macht für Beziehung. Wenn Schutz zur Starre wird, wird aus Sicherheit Macht; wenn Schutz als Beziehung gelingt, wird Macht menschlich.
Vom politischen Diskurs zur Körpererfahrung
Dann die politische Bühne: Eine Journalistin fragte Bundesrat Ignazio Cassis in einer Medienkonferenz sinngemäß: **„Die Welt muss sich verändern – wie sollte sich die Schweiz verändern?”** Eine Frage, die in der Kürze einer Pressekonferenz kaum angemessen beantwortet werden kann - und die doch ins Zentrum trifft. Genau dort beginnt mein eigenes Material: nicht als besserwissende Analyse, sondern als Beziehungsgeschichte. Weil politische Sätze bei mir nicht im Kopf bleiben, sondern im Körper landen.
Die Schweiz-Metapher: Hellebarde und Veränderung
Meine persönliche Spur – Frauenstimmrecht, Landsgemeinde, Hellebarden, Europa-Frage – darf in Gemeinschaft verarbeitet werden. Nicht, weil sie „privat” wäre, sondern weil sie zeigt, wie Macht funktioniert: als Tradition, als Symbol, als Schutzbehauptung, als spätes Nachgeben, als knappes Ja, als jahrelanges „Noch nicht”.
Gemeinschaft wagen: Vom Wächter zur Begegnung
Im Projekt **“Gemeinschaft wagen”** entwickeln Katrin Sauter und ich Resonanzräume, in denen Macht neu verstanden wird – nicht als Kontrolle, sondern als Beziehungsgestaltung. Unsere Community Impro-Clowns-Methodik verbindet Scott Pecks Community Building mit Clownarbeit und Otto Scharmers Theory U. Wir schaffen Räume, wo Verletzlichkeit und Humor authentische Verbindung ermöglichen.
Humor als Brücke
“Gemeinschaft wagen” bedeutet, Schutz nicht mit Verhärtung zu verwechseln – und Veränderung nicht mit Verrat. Humor entwaffnet, ohne zu demütigen. Er gibt Würde zurück, wo Macht sonst nur “Recht behalten” kennt. In unseren Workshops erleben wir, wie das Resonanz-Dreieck (Zuhören – Berühren – Antworten; wach – weich – mutig) durch Clownpräsenz lebendig wird.
Quellen:
- Küchler, B. (2024). *Weil es so nicht weitergeht: Innere Entwicklung und Führungskultur der Zukunft.* Vahlen Versus.
- Peck, M. S. (1987). *The Different Drum: Community Making and Peace.* Touchstone.
- Rosa, H. (2016). *Resonanz. Eine Soziologie der Weltbeziehung.* Suhrkamp.
- Rosa, H. (2019). *Unverfügbarkeit.* Residenz Verlag.
- Scharmer, C. O., & Kaufer, K. (2025). *Presencing: 7 Practices for Transforming Self, Society, and Business.* Berrett-Koehler Publishers.
- Suppiger, C. (o.J.). *Care Community: Gemeinschaft wagen.* <https://christofsuppiger.org>
- Thurnherr, W. (2026). *Perfekter Blindflug: Wie die Schweiz regiert wird.* NZZ Standpunkte. <https://youtu.be/6stQrrGB5BQ>
- Rykart, K. (2026). LinkedIn-Beitrag: „Zürich ist heute sicherer als früher. Das ist kein Zufall” (Sicherheit als Beziehungspolitik; Hinweise u.a. auf Begegnungszonen, Verkehrssicherheit, „Zürich schaut hin”, geschlechtsspezifische Gewalt). LinkedIn.
Historische Recherche:
- Frauenstimmrecht Schweiz: Bundesebene 7. Februar 1971 (Volksabstimmung)
- Appenzell Innerrhoden: Kantonales Frauenstimmrecht 1990 (Bundesgerichtsentscheid)
- Appenzell Ausserrhoden: 1989 eingeführt, erste Teilnahme an Landsgemeinde 1990
- Hellebarde als Symbol: Schweizergarde (päpstliche Garde), traditionelle Ausrüstung für Wache und Ordnung; wird auch in politischen Debatten zur Europafrage und bei der Halbierungsinitiative als Symbol für Tradition und Bewahrung eingesetzt
KI-Transparenz: Dieser Text entstand im Dialog mit Claude (Anthropic). Gedankenführung und Praxisbezüge von Christof Suppiger; strukturelle Ausarbeitung gemeinsam entwickelt.
#Resonanz #GemeinschaftWagen #Sicherheit #Demokratie #ZürichSchautHin #NichtPerfektAberVerbunden
Satierisches Yoga
In co-Kreation mit Weggefährt:innen
SY 1.4
Standhafter, beziehungsöffnender Wachhund – Kommentar & Mini-Meditation
In Resonanz mit Karin Rykart (Sicherheit als Beziehungspolitik)
Stell dir vor, in dir steht ein freundlicher Wachhund am Dorfplatz: Füsse fest im Boden, Brust wach, in der Pfote eine Hellebarde aus „So war es immer“. Das wirkt stark – bis der Wind dreht: Kritik, Wandel, Unsicherheit, neue Stimmen. Dann zeigt sich der Unterschied: Schutz kann Beziehung sein. Oder Starre. Und Starre kippt schnell in Macht.
Zentrale Frage: Wo verwechselst du (oder wir) Sicherheit noch mit Verhärtung – und wo dürfte es weicher werden, damit es stabil bleibt?
Asana: Standhafter, beziehungsoffener Wachhund (30–60 Sekunden)
Mini-Meditation (4 Atemzüge, mit Metta)
Wenn du ins Wanken kommst: lächeln. Auch der Wachhund übt noch.
Quellenverzeichnis:
KI-Transparenz:
Dieser Beitrag wurde in kollaborativem Dialog mit Le Chat (Mistral AI, europäische KI) entwickelt. Die Gedankenführung, theoretische Verknüpfung und Praxisbezüge stammen von mir, Christof Suppiger, die strukturelle und sprachliche Ausarbeitung erfolgte im gemeinsamen Prozess.
A) Für das Gelingen des Workshops ist es erforderlich, dass TeilnehmerInnen von Beginn bis Ende anwesend sind. Sollte Dir dies nicht möglich sein, wende Dich bitte vor der Anmeldung an die Veranstalter.
B) Der Workshop dient der Persönlichkeitsbildung und bietet intensive Lernerfahrungen. Das kann unter Umständen emotional herausfordernd sein. Solltest Du in psychotherapeutischer Behandlung sein, bitten wir Dich, mit uns Kontakt aufzunehmen.