Mit der Kraft der Verbindung globale Ziele treffen: Community Building nach Scott Peck

In einer Welt, die von sozialer Fragmentierung, Isolation und zunehmendem Misstrauen geprägt ist, gewinnt der Aufbau echter Gemeinschaften zunehmend an Bedeutung. Scott Pecks Modell der Gemeinschaftsbildung bietet einen praxisnahen Ansatz, um die Prinzipien der Zusammenarbeit, des Vertrauens und der authentischen Verbindung zu fördern. Dieses Modell kann nicht nur zwischenmenschliche Beziehungen vertiefen, sondern auch direkt zur Erreichung der Sustainable Development Goals (SDGs) beitragen.

Die Phasen der Gemeinschaftsbildung nach Scott Peck – von der Chaos- über die Leere- bis zur echten Gemeinschaft – bieten einen strukturierten Weg, auf dem Menschen lernen können, ihre Ängste, Vorurteile und Widerstände zu überwinden, um tiefere, auf Vertrauen basierende Verbindungen zu schaffen. Doch wie beeinflusst dieser Prozess die SDGs? Schauen wir uns die Verbindung zwischen Pecks Ansatz und einigen der zentralen globalen Ziele an.

1. Selbstakzeptanz und Offenheit – SDG 3: Gesundheit und Wohlergehen
Die „Leere-Phase“ nach Scott Peck ist ein Raum der Reflexion, in dem Menschen ihre inneren Blockaden loslassen und ihre authentischen Bedürfnisse erkennen können. In dieser Phase entdecken Teilnehmer nicht nur ihre inneren Blockaden, sondern auch die Fähigkeit zur Selbstakzeptanz und -heilung. Durch den Akt des Loslassens von übertriebenen Bedürfnissen nach Anerkennung, Kontrolle oder Sicherheit erfahren sie eine tiefere innere Ruhe, die sowohl die persönliche als auch kollektive Gesundheit fördert. Dies steht im Einklang mit SDG 3, das die Förderung von Wohlbefinden und mentaler Gesundheit anstrebt.

2. Integrität und Authentizität – SDG 16: Frieden, Gerechtigkeit und starke Institutionen
In der Phase der „wahren Gemeinschaft“ lernen Teilnehmer, ihre Bedürfnisse nach Zugehörigkeit und Anerkennung hinter sich zu lassen und das wahre Selbst zu entdecken. Sie beginnen, sich selbst und andere authentisch zu sehen und zu akzeptieren, was zu einem höheren Maß an Integrität führt. Diese Fähigkeit zur authentischen Interaktion und zum ehrlichen Austausch ist entscheidend für die Förderung von Frieden und Gerechtigkeit, wie es in SDG 16 gefordert wird. Nur wenn Menschen in einer Gemeinschaft die Möglichkeit haben, sich als ihr wahres Selbst zu zeigen, kann nachhaltiger Frieden entstehen.

3. Wertschätzung für Vielfalt – SDG 10: Reduzierung von Ungleichheiten
Pecks Modell fördert die Akzeptanz von Vielfalt, indem es den Teilnehmern ermöglicht, ihre eigenen Vorurteile zu hinterfragen und sich von der Idee der „Konformität“ zu lösen. Die wahre Gemeinschaft basiert auf der Anerkennung der Einzigartigkeit jedes Einzelnen und dem Verständnis, dass jeder Beitrag wertvoll ist. Diese Praxis fördert die Reduzierung von Ungleichheiten, sowohl im sozialen als auch im politischen Kontext. In einer Gemeinschaft, die Vielfalt wertschätzt, können Diskriminierung und Ungleichheit langfristig abgebaut werden, was direkt zu SDG 10 beiträgt.

4. Gelassenheit im Umgang mit Veränderungen – SDG 11: Nachhaltige Städte und Gemeinden
Die Fähigkeit, mit Veränderungen und Konflikten in einer Gemeinschaft produktiv umzugehen, ist eine der zentralen Lektionen, die aus Pecks Gemeinschaftsbildungsprozess hervorgehen. Wenn Menschen lernen, ihre Ängste loszulassen und in einer Atmosphäre von Vertrauen und Achtsamkeit zusammenzuarbeiten, sind sie besser in der Lage, Veränderungen anzunehmen und als Chance für gemeinsames Wachstum zu nutzen. Diese Fähigkeit zur Anpassung und die Förderung einer Kultur des Dialogs sind essenziell für die Schaffung nachhaltiger, belastbarer Städte und Gemeinden, wie es SDG 11 fordert.

"Our stories may be singular, but our destination is shared." - Barack Obama

Individuelle Perspektiven können in einer gemeinsamen Vision zusammenfliessen – eine zentrale Botschaft der Gemeinschaftsbildung nach Scott Peck.

5. Loslassen alter Gewohnheiten – SDG 12: Verantwortungsvoller Konsum und Produktion
Community Building nach Scott Peck fordert die Teilnehmer heraus, ihre festgefahrenen Denkmuster und Gewohnheiten loszulassen. Dies schließt nicht nur persönliche Verhaltensmuster ein, sondern auch gesellschaftliche Normen, die oft zu einem übermäßigen Konsum führen. Durch das Erkennen und Überwinden dieser alten Muster können die Teilnehmer zu einem verantwortungsvolleren Umgang mit Ressourcen finden, was wiederum zur Erreichung von SDG 12 beiträgt.

Stille und Kreativität als Katalysator für Veränderung
In der Stille – einer zentralen Praxis in Pecks Modell der Gemeinschaftsbildung – entdecken Teilnehmer nicht nur ihre eigenen Blockaden, sondern auch ihre Fähigkeit zur Kreativität und zur Wahrnehmung von neuen Möglichkeiten. Edwin E. Gordon, Musikpädagoge, beschreibt Stille als den Raum, in dem „die Musik unserer Seele“ gehört werden kann. In dieser Stille finden wir die Möglichkeit zur Transformation, sowohl auf persönlicher als auch auf gesellschaftlicher Ebene. Wie Rumi es treffend formuliert: „Deine Aufgabe ist es nicht, nach Liebe zu suchen, sondern die Hindernisse aus dem Weg zu räumen, die dich davon abhalten, sie zu empfangen.“ In der Stille erkennen wir, dass Liebe, Mitgefühl und Gemeinschaft nicht externe Ziele sind, sondern innere Zustände, die wir in uns selbst entdecken und kultivieren können.

6. Soft Skills als Inner Development Goals (IDGs): Kommunikation, Kooperation, Kreativität und Kritisches Denken als Katalysatoren für die SDGs
Neben den Phasen der Gemeinschaftsbildung sind Soft Skills – wie Kommunikation, Kooperation, Kreativität und kritisches Denken – entscheidend, um die SDGs zu befeuern und in Bewegung zu bringen. Diese Fähigkeiten agieren wie der Boden, der die SDGs nährt und sie in den Fluss bringt. Sie ermöglichen es den Menschen, effektiv zusammenzuarbeiten, Probleme kreativ zu lösen und kritische Perspektiven einzubringen, die notwendig sind, um nachhaltige und integrative Lösungen zu entwickeln.

  • Kommunikation: Sie ist die Grundlage für alle Beziehungen, und ohne klare, respektvolle Kommunikation können die SDGs nicht erreicht werden. Sie ermöglicht es den Menschen, Konflikte zu lösen, Ideen zu teilen und Lösungen zu entwickeln, die für alle zugänglich sind.

  • Kooperation: Eine der größten Herausforderungen unserer Zeit ist es, über Unterschiede hinweg zu arbeiten und eine gemeinsame Vision zu entwickeln. Kooperation bringt Menschen zusammen, um die SDGs zu verwirklichen, indem sie die kollektive Intelligenz und die Vielfalt der Perspektiven nutzt.

  • Kreativität: Ohne kreative Problemlösungen werden viele der SDGs schwer umsetzbar bleiben. Kreativität fördert neue Ansätze und Innovationen, um die Herausforderungen der globalen Ungleichheit, Umweltzerstörung und sozialen Isolation anzugehen.

  • Kritisches Denken: Um sicherzustellen, dass die Lösungen, die wir entwickeln, tatsächlich nachhaltig sind, ist es notwendig, Probleme aus verschiedenen Blickwinkeln zu betrachten und deren langfristige Auswirkungen zu evaluieren. Kritisches Denken ermöglicht es, auch unbequeme Wahrheiten zu erkennen und sie als Ausgangspunkt für Veränderungen zu nutzen.

Fazit
Die Phasen der Gemeinschaftsbildung nach Scott Peck bieten einen wertvollen Rahmen, um die SDGs zu unterstützen, indem sie Menschen helfen, sich auf authentische Weise zu verbinden, ihre inneren Blockaden zu überwinden und als Gemeinschaften zu wachsen. Dieser Prozess fördert nicht nur individuelle Heilung und Transformation, sondern trägt auch zur Schaffung einer gerechteren, nachhaltigeren und kreativeren Gesellschaft bei. Die wahre Gemeinschaft ist mehr als nur ein Ideal – sie ist eine lebendige Praxis, die das Potenzial hat, die Welt, in der wir leben, nachhaltig zu verändern. Indem wir die Soft Skills als Integral Development Goals (IDGs) anerkennen und kultivieren, schaffen wir einen Boden, der es den SDGs ermöglicht, zu gedeihen und in Leichtigkeit in die Praxis umgesetzt zu werden.

 

Community-Building 2,5-Tages-Workshop in Zürich
Infos und Anmeldung

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Warum ist Stille wichtig und was kann da entdeckt werden?
“Deine Aufgabe ist es nicht,
nach Liebe zu suchen,
sondern die Hinderniss aus
dem Weg zu räumen, die
Dich davon abhalten, sie zu
empfangen.»”
– Jelaluddin Rumi

Die Inner Development Goals (IDGs) bieten eine umfassende Struktur, um die inneren Fähigkeiten und Qualitäten zu entwickeln, die für Führung, Zusammenarbeit und die Bewältigung globaler Herausforderungen entscheidend sind. Sie umfassen fünf Hauptdimensionen: Being, Thinking, Relating, Collaborating und Acting, mit insgesamt 23 Fähigkeiten wie Resilienz, kognitiver Flexibilität und Mitgefühl.

Das IDG-Framework wird weltweit in Hubs und Netzwerken implementiert, die sich auf spezifische Themen wie nachhaltige Führung, Systeminnovation oder Mitgefühl im Gesundheitswesen konzentrieren. Diese Netzwerke fördern die globale Zusammenarbeit und ermöglichen praktische Anwendungen des IDG-Ansatzes in verschiedenen Sektoren. Es ist auch möglich, neue Hubs zu gründen, um die Bewegung lokal oder thematisch auszubauen.

Weitere Informationen über die IDGs und die Möglichkeit, sich an der Bewegung zu beteiligen, finden sich auf ihrer offiziellen Webseite: Inner Development Goals

Framework 
"Was brauchen wir auf unserem Planeten, um uns auf die Zukunft freuen zu können?"


Workshop-Vereinbarungen

A) Für das Gelingen des Workshops ist es erforderlich, dass TeilnehmerInnen von Beginn bis Ende anwesend sind. Sollte Dir dies nicht möglich sein, wende Dich bitte vor der Anmeldung an die Veranstalter.

B) Der Workshop dient der Persönlichkeitsbildung und bietet intensive Lernerfahrungen. Das kann unter Umständen emotional herausfordernd sein. Solltest Du in psychotherapeutischer Behandlung sein, bitten wir Dich, mit uns Kontakt aufzunehmen.